Zusammenarbeit mit Eltern – interkulturell
Dieses Buch der langjährig berufs- und lebenserfahrenen Sozialpädagogin Elke Schlösser ist eine hilfreiche Kombination von Informationen und kreativen Übungsmaterialien für die berufliche Praxis in Kindertagesstätten und Grundschulen unter besonderer Berücksichtigung der interkulturellen Aspekte.
Zunächst zeigt Frau Schlösser die Grundlagen auf, welche bei der interkulturellen Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern beachtet werden müssen. Die unterschiedlichen Haltungen der Institutionen, der Erzieher/-innen und Lehrer/-innen sowie der Eltern und Kinder stellt sie dabei besonders heraus. So schafft die Autorin es, aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus die Basis der Kooperation aufzuzeigen.
Erst nachdem sie dies in überzeugender Weise dargestellt hat, befasst sich Elke Schlösser mit der direkten Praxis. Dabei stellt sie die Einzelkontakte in besonderer Weise heraus. Ob nun Erstgespräch, Schriftverkehr, Telefonate, Tür-und-Angel-Gespräche, intensive Beratungen oder Hausbesuche: Bei all diesen Elternkontakten hebt sie Stolpersteine, aber insbesondere Türöffner hervor, die hilfreich sein können, dass die Zusammenarbeit tatsächlich gelingt.
Elterngruppen und einführende Elternabende werden noch einmal gesondert thematisiert, ehe der wirkliche Schwerpunkt des Buches in äußerst gelungener Weise erörtert wird: Thematische Elternabende und gemeinsame Projekte! Hier zeigt Elke Schlösser, wie kreativ und fantasievoll man die Kooperation mit Eltern unter dem besonderen Aspekt der Interkulturalität gestalten kann. Klare Strukturen für Elternabende und Projekte unter der Einbeziehung von notwendigem Material, Zeitaspekten und kreativen Moderations- und Projektideen machen das Buch hier zu einer wahrhaftigen Praxishilfe, die über den Kindergarten hinaus auch in den ersten Klassenstufen hilfreich eingesetzt werden können. Ob nun Mehrsprachigkeit, Lieder der Kindheit, Gute Mutter, guter Vater", Übergang vom Kindergarten in die Grundschule: Hier werden für all diese Themen leicht umsetzbare Praxisvorschläge gemacht.
Der rote Faden des Buches ist auf jeden Fall immer wieder herauszustellen: dass nur über Kontakt und Begegnung im gegenseitigen Respekt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Eltern und den Erziehungs- bzw. Bildungsinstitutionen gelingen kann. Hierfür klare Ideen aufgezeigt zu haben, ist das große Verdienst der Autorin. Der Anhang mit weiterführender Literatur könnte inzwischen noch ergänzt werden durch jüngst erschienene Literatur über Elternarbeit im eigentlichen Sinne (auch wenn hierbei nicht immer die Interkulturalität im Vordergrund steht).
Alles in allem ein sehr nützliches Werk, dem viele Pädagogen/-innen viel abgewinnen mögen, damit der Dialogfaden zwischen den so unterschiedlichen Eltern, Erziehern/-innen und Lehrern/-innen nicht abreißen möge, sondern interkulturell geknüpft werde.
Detlef Rüsch auf www.amazon.de
27.04.2008


